In der heutigen digitalen Welt sind Geschäftsberichte mehr als nur eine gesetzliche Pflicht. Sie stellen ein mächtiges Werkzeug der Unternehmenskommunikation dar, das strategisch eingesetzt werden kann, um verschiedene Zielgruppen zu erreichen und die Marke zu stärken. Innovative Ansätze und Formate für Geschäftsberichte bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Berichterstattung auf das nächste Level zu heben und sich von der Konkurrenz abzuheben.
Geschäftsberichte sind oft umfangreich und komplex – im DAX durchschnittlich 355 Seiten lang. Die zentrale Frage ist: Liest das überhaupt jemand? Unterschiedliche Zielgruppen wie Analystinnen und Analysten, Investorinnen und Investoren, Privatanlegende, Mitarbeitende sowie Bewerberinnen und Bewerber haben jeweils spezifische Informationsbedarfe und Nutzungskontexte. Patrick Weiser, Creative Lead bei RYZE Digital, bringt es auf den Punkt: „Die Menge an Informationen nimmt zu, und auch die Menge an begleitenden Anlagen nimmt zu, und dann muss man sich natürlich fragen: Wie kann man das überhaupt noch an den Leser oder die Leserin bringen?“ Diese Herausforderung erfordert eine strategische Herangehensweise, um die Berichte sowohl informativ als auch zugänglich zu gestalten.
Das klassische PDF: Stärken und Schwächen
Das PDF ist ein etablierter Standard mit hoher Verbreitung und Offline-Verfügbarkeit. Unternehmen wie Infineon und Airbus setzen auf hochwertige PDF-Berichte, die durch interne und externe Verlinkungen die Erfahrung der Nutzerinnen und Nutzer verbessern. Doch das Format hat seine Grenzen: Es ist nicht für kleine Displays geeignet, bietet nur eine lineare Navigation und eingeschränkte Interaktivität – Herausforderungen, die insbesondere bei mobiler Nutzung und selektiver Informationssuche auftreten. Matthias Frescha, Leiter des Tech-Bereichs bei RYZE Digital, erklärt: „PDFs funktionieren nur auf großen Displays. Dort werden sie auch im Regelfall genutzt, muss man fairerweise dazu sagen. PDFs oder Geschäftsberichte werden einfach oft auf Arbeitsrechnern gelesen, die mindestens die Größe eines Laptops haben.“
Hybride und digitale Ansätze: der nächste Schritt
Hybride Formate kombinieren das PDF mit digitalen Elementen wie Microsites und interaktiven Funktionen. BMW und RWE nutzen emotionales Storytelling und Deeplinks ins PDF, um ein umfassendes Nutzererlebnis zu schaffen. Digital-First-Strategien gehen noch weiter: Vollständige HTML-Berichte bieten responsives Design und erweiterte Funktionen, wie bei Adidas und DHL mit Dashboards sowie Splitscreen-Funktionen. Frescha hebt hervor: „Der offensichtlichste Unterschied allerdings ist natürlich der vollständige Bericht im Browser, der in HTML dargestellt wird, und das bietet eine sehr homogene Benutzererfahrung.“
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Zielgruppenorientierung: der Schlüssel zum Erfolg
Verschiedene Zielgruppen bevorzugen unterschiedliche Formate: Analystinnen und Analysten benötigen standardisierte Datenformate und Excel-Downloads, während Investorinnen und Investoren strategische Highlights und Dashboards schätzen. Privatanlegende profitieren von Infografiken und Videos, die komplexe Informationen verständlich darstellen. Mitarbeitende sowie Bewerberinnen und Bewerber interessieren sich für Storytelling und Themen wie Nachhaltigkeit und Purpose. Weiser betont: „Um diesen Leserinnen und Lesern mit speziellem Informationsbedarf relevante Inhalte besser zugänglich zu machen, braucht man zusätzliche Formate.“ Die Wahl des richtigen Formatmixes hängt also stark davon ab, welche Zielgruppen ein Unternehmen priorisiert und wie es deren Bedürfnisse bestmöglich erfüllen kann.
Effizienzsteigerung durch Automatisierung
Die Erstellung von Geschäftsberichten ist zeitaufwendig und fehleranfällig. Der Einsatz von Disclosure-Management-Systemen (DMS) wie Workiva oder Smart Notes kann den Prozess erheblich vereinfachen. Automatisierte Tools wie der RYZE Reporting Hub ermöglichen die Erstellung von PDFs und Websites aus einer einzigen Datenquelle, reduzieren den manuellen Aufwand und schließen Fehler aus, die bei einer manuellen Datenübertragung entstehen können. Frescha erklärt: „Wenn man eine oder beide Automationen, also den RYZE Reporting Hub, den Weg zur automatisierten Website, und die PDF-Generierung aus dem DMS adressiert oder nutzt, dann hat man natürlich auf jeden Fall das Kostenkapitel damit adressiert und reduziert das Risiko von Redundanzen durch manuelle Arbeit.“ Diese Automatisierung schafft nicht nur Effizienz, sondern auch Raum für kreative und strategische Weiterentwicklungen.
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Die Rolle von KI im Reporting
KI bietet spannende Möglichkeiten zur Unterstützung bei Analyse und Datenaufbereitung, arbeitet jedoch noch nicht fehlerfrei. Ein Experiment mit verschiedenen KI-Tools zeigt, dass die Technologie noch nicht immer verlässlich ist: Selbst einfache Fragen, z. B. nach der Vorstandsvergütung, werden unterschiedlich und oft falsch beantwortet – das kann Sachverhalte verfälschen und zu Fehleinschätzungen führen. Praktische Anwendungen wie Video-Avatare oder generative FAQs zeigen jedoch, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, um Informationen verständlicher zu machen. Weiser fasst zusammen: „KI ist im sensiblen Reporting-Kontext noch nicht voll einsetzbar. Aber das wird sich sicher ändern.“ Die Zukunftsperspektiven sind vielversprechend, doch die Kontrolle und die Verlässlichkeit der KI bleiben zentrale Herausforderungen.
Fazit
Geschäftsberichte müssen zielgruppenorientiert, flexibel und innovativ sein. Hybride und digitale Formate bieten enorme Potenziale, während Automatisierung und KI den Prozess effizienter gestalten können. Unternehmen sollten daher ihre Reporting-Strategie überdenken und schrittweise anpassen, um den Anforderungen der modernen Kommunikation gerecht zu werden.
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