Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen in Europa auf ein neues Fundament gestellt. Auch wenn die nationale Umsetzung in Deutschland noch aussteht, zeigt sich bereits jetzt: Die Mehrheit der börsennotierten Unternehmen geht in Vorleistung – und liefert erste Nachhaltigkeitsberichte nach ESRS, die als Blaupause dienen könnten. Doch wo stehen DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen wirklich? Welche Best Practices zeichnen sich ab – und wo gibt es noch Nachholbedarf?
135 Berichte im Fokus: die CSRD-Benchmark von RYZE
RYZE Digital hat mit der aktuellen CSRD-Benchmark-Studie erstmals umfassend untersucht, wie Unternehmen auf die neuen Anforderungen reagieren. Analysiert wurden 135 Nachhaltigkeitsberichte börsennotierter Unternehmen, veröffentlicht bis zum 30. April 2025, deren Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember läuft – aus den Indizes DAX (35), MDAX (46) und SDAX (54). Das Ergebnis: ein fundiertes Lagebild über den Status quo – und eine wertvolle Orientierungshilfe für alle, die ihre Reporting-Strategie auf CSRD-Anforderungen vorbereiten wollen.
CSRD-Benchmark 2025
CSRD, ESRS und die Übergangsphase: Wie berichten DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen bereits heute? Jetzt CSRD-Benchmark-Studie kostenfrei herunterladen.
CSRD-Benchmark-Studie 2025
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Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
1. ESRS als neuer Standard – schon heute Realität
Eine der zentralen Fragen: Wie viele Unternehmen setzen die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) bereits um? Die Antwort: viele.
89 % der analysierten Unternehmen orientieren sich in ihrer Berichterstattung bereits an den ESRS – entweder vollständig oder zumindest in weiten Teilen. Besonders im DAX liegt die Quote sogar noch höher. GRI wird dagegen nur noch von 6 % verwendet.
Das zeigt: Der neue Standard wird akzeptiert – teils sogar mit großem Gestaltungswillen. Unternehmen, die sich aufgrund des Stop-the-Clock 2027 erstmals der Pflicht stellen müssen, können dann auf einen wertvollen Fundus an Beispielen und Erfahrungen zurückgreifen.
2. Nachhaltigkeit wird Teil des Lageberichts
Die CSRD sieht vor, dass der Nachhaltigkeitsbericht künftig als eigenes Kapitel im Lagebericht verankert wird. Viele Unternehmen setzen das bereits um – vor allem im DAX. Insgesamt berichten fast zwei Drittel der analysierten Unternehmen auf diese Weise. Der Rest verteilt sich auf eigenständige Nachhaltigkeitsberichte oder eine Integration als Kapitel im Geschäftsbericht außerhalb des Lageberichts.
Für viele Mittelständler und SDAX-Unternehmen stellt diese Integration eine deutliche Umstellung dar – inhaltlich, technisch und prozessual. Hier braucht es klare Strukturen, abgestimmte Redaktionsprozesse und Tools, die die Komplexität beherrschbar machen. RYZE unterstützt unter anderem mit Disclosure-Management-Systemen wie Workiva und automatisierten Redaktionsworkflows.
3. IROs: Pflichtfeld mit strategischer Tiefe
Das Herzstück der ESRS sind die sogenannten IROs – also die Auswirkungen eines Unternehmens auf Umwelt und Gesellschaft, sowie umgekehrt die finanziellen Chancen und Risiken durch Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen selbst.
Was wir in den Berichten sehen: Viele Unternehmen zeigen hier bereits ein erstaunlich hohes Maß an Differenzierung. Gleichzeitig offenbart sich: Die Gewichtung zwischen positiven und negativen Auswirkungen variiert stark – manchmal auffallend einseitig. Wer hier strategisch kommunizieren will, braucht Klarheit über eigene Wirkzusammenhänge und eine solide Wesentlichkeitsanalyse.
4. Wesentliche ESRS-Themenstandards: zwischen Pflicht und Positionierung
Während Klimawandel, Mitarbeiterstandards und Unternehmensführung (E1, S1, G1) in nahezu allen Berichten vertreten sind, bleiben Themen wie Biodiversität oder betroffene Gemeinschaften noch Randerscheinungen.
Etwa ein Drittel der Unternehmen macht darüber hinaus unternehmensspezifische Angaben, z. B. zu Cybersecurity, Produktverantwortung oder Supply Chain Governance. Wer hier präzise und nachvollziehbar berichtet, setzt ein starkes Zeichen.
Im Webinar präsentierte unser Nachhaltigkeitsexperte Jannis Benezeder exklusiv die Ergebnisse des CSRD-Benchmark 2025 mit vielen Best Practices und Learnings. Schauen Sie sich jetzt die Aufzeichnung an und erhalten Sie weitere Insights.
Fazit: Berichterstattung wird zur Reifeprüfung
Die Auswertung der ersten CSRD-Berichte zeigt: Der Standard ist gesetzt, aber aufgrund einer fehlenden Gesetzesgrundlage in Deutschland und auch durch die geplante Omnibus-Verordnung bleibt der Umgang mit der Berichtspflicht unterschiedlich. Die Benchmark macht deutlich, wo Unternehmen bereits gemäß CSRD berichten – etwa bei der Anwendung der ESRS, der Integration ins Lageberichtsformat oder der klaren Ausweisung von IROs – und wo Unsicherheit herrscht, zum Beispiel bei der Gewichtung von positiven versus negativen Wirkungen oder der Auswahl relevanter Themen.
Gerade für Unternehmen, die 2027 erstmals berichten, eröffnet das eine Chance: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, eigene Prozesse, Inhalte und Formate gezielt an den Best Practices der ersten Berichte auszurichten. Dafür braucht es ein strukturiertes Vorgehen, ein belastbares Verständnis der regulatorischen Anforderungen – und einen klaren Plan, wie aus Berichtspflicht in machbaren Schritten ein glaubwürdiges, differenzierendes Kommunikationsinstrument wird.
Unsere Empfehlung: Denken Sie Nachhaltigkeitsberichterstattung als strategisches Projekt – nicht als jährliches To-do. RYZE unterstützt Sie dabei: von der Wesentlichkeitsanalyse über die inhaltliche und gestalterische Umsetzung bis hin zu digitalen, interaktiven Berichtsformaten.
Als mehrfach ausgezeichnete Reporting-Agentur mit Erfahrung aus über 25 Jahren wissen wir: Starke Berichte entstehen dort, wo Strategie, Substanz und Story zusammenkommen.
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