Financial Reporting

Wie berichten Deutschlands größte Familienunternehmen? Die Ergebnisse unserer Benchmark

Datum
18/05/2026

RYZE Digital hat 30 nicht börsennotierte deutsche Familien- und Stiftungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 3 Mrd. Euro untersucht – von Hidden Champions bis zu globalen Weltmarktführern. Das Ergebnis: eine Reporting-Landschaft, die heterogener kaum sein könnte.

Medienportfolio: Freiwilligkeit als Spiegel der Kommunikationshaltung

Viele Unternehmen dieser Peer Group sind heute weder zur Veröffentlichung eines Geschäftsberichts noch zu einer CSRD-konformen Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet. Was sie veröffentlichen, ist eine freiwillige Entscheidung – und damit ein direkter Spiegel ihrer Kommunikationshaltung.

 

47 % veröffentlichen Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitsbericht getrennt, 30 % ausschließlich einen Nachhaltigkeitsbericht, 17 % einen integrierten Bericht – und 7 % nur einen Geschäftsbericht. Jedes dritte Unternehmen verzichtet ganz auf einen Geschäftsbericht.

Geschäftsberichte: PDF bleibt Standard – mit einer Ausnahme

Unter den 20 Unternehmen, die einen Geschäftsbericht veröffentlichen, gilt: Das PDF ist gesetzt. 95 % setzen darauf – es bleibt die verlässliche Konstante. Gleichzeitig ergänzen 70 % den Bericht um einen Online-Auftritt. Digitale Berichterstattung ist also auch jenseits der Börse angekommen.

 

Eine Ausnahme sticht heraus: STIHL ist das einzige Unternehmen der Peer Group, das vollständig auf ein PDF verzichtet und konsequent auf einen reinen Full-HTML-Bericht setzt – mit Scrollytelling, professioneller Fotografie und Videoeinsatz unter dem Leitmotiv „Allem gewachsen".

Die vollständige Studie kostenlos herunterladen

Alle Ergebnisse der Reporting-Benchmark – inklusive Best Cases, Kennzahlen und Handlungsempfehlungen – stehen als kostenlose Publikation zum Download bereit.

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Image & Storytelling: Eigentümer kommunizieren anders als Manager

Im DAX enthält nur noch jeder fünfte Bericht einen Imageteil. Familienunternehmen setzen deutlich stärker auf eigenständige Imagekommunikation – und das mit Stil: 18 % der Berichte erreichen einen vollredaktionellen Imageteil mit Reportage-Strecken und eigenen Protagonisten. 5 % machen den gesamten Bericht zur Imageplattform.

 

Die OTTO Group setzt mit einer vollredaktionellen Reportage-Strecke den stärksten Imageteil im gesamten Sample – ein Bericht, der für sich spricht: mit dem Red Dot Award ausgezeichnet und von uns umgesetzt.

 

WÜRTH wählt eine einzigartige Form: Der Geschäftsbericht erzählt die Unternehmensgeschichte im Essay-Stil als persönliche Biografie unter dem Leitmotiv „Lebenslinien" – kein anderer Bericht im Sample nutzt diese literarische Form. ZEISS setzt auf maximale Konsistenz über alle Kanäle: Das Leitmotiv „Visionary minds. Enhanced by AI" zieht sich vom PDF-Geschäftsbericht bis in den modularen Online-Bericht – ohne Bruch.

Nachhaltigkeitsberichte: Hohes Volumen, heterogene Reife

93 % der untersuchten Unternehmen veröffentlichen einen Nachhaltigkeitsbericht – 77 % davon als separate Publikation. Der Umfang schwankt erheblich: zwischen 14 und 144 Seiten, mit einem Median von 72 Seiten.

 

39 % der Berichte nutzen Storytelling zu ESG-Themen – in 61 % fehlt es gänzlich. Und: 39 % beziehen sich bereits heute auf die ESRS, die für sie ab 2028 verbindlich werden. Ein Indikator für die Vorbereitung – aber kein Garant.

Stärken und Schwächen im Überblick

Die Stärke dieser Peer Group liegt auf der Hand: ein authentisches Eigentümer-Narrativ, das nur Familienunternehmen glaubwürdig spielen können – mit Langfristperspektive als Glaubwürdigkeitskapital und einem mutigen Stilwillen, der in Essays, Reportagen und Biografien mündet.

 

Die Schwächen sind ebenso klar: Imagekommunikation ist oft zufällig statt strategisch. Die Trennung von Imageteil und Pflichtteil fehlt bei vielen. Und die Zielgruppen-Differenzierung ist selten explizit sichtbar.

quote

Familienunternehmen haben ein Kommunikationsprivileg, das börsennotierte Unternehmen nicht haben: ein glaubwürdiges Eigentümer-Narrativ. Die Frage ist, ob sie es strategisch nutzen – oder ob die CSRD es zur Nebensache macht.

Jannis Benezeder, Senior Consultant Sustainability, RYZE Digital 

Ausblick: CSRD als Zäsur – und Chance

Ab 2028 wird die CSRD für das Geschäftsjahr 2027 verbindlich für die untersuchten Unternehmen. Die zentrale Frage: Schaffen es Familienunternehmen, ihr authentisches Eigentümer-Narrativ zu bewahren – während sie gleichzeitig CSRD-konform berichten? Oder wird Storytelling zur Nebensache?

 

Wer jetzt klare Strukturen schafft, kann beides verbinden – Compliance und Glaubwürdigkeit.

Wo wir Familienunternehmen konkret unterstützen

Für Unternehmen, die ihren Reporting-Status strukturiert überprüfen und gezielt weiterentwickeln möchten, bieten wir ein modulares Workshop-Angebot an. Drei Module sind im Kontext der Benchmark-Ergebnisse besonders relevant.

 

Modul 1 "Bestandsaufnahme & Benchmark" ist der Einstieg: Wir reviewen Ihren letzten Bericht, benchmarken ihn gegen Ihre Peer Group und leiten konkrete Handlungsfelder ab. Das Modul ist als Standalone buchbar oder als Auftakt für weitere Workshop-Schritte.

 

Modul 2 "Regulatorik & Compliance-Radar" geht einen Schritt weiter. Wir analysieren Ihre Wesentlichkeitsanalyse, entwickeln Vorschläge für die Berichtsstruktur und zeigen, wie Sie im Spannungsfeld von CSRD-Anforderungen und kommunikativen Zielen wirksam berichten. Modul 2 ist ausschließlich in Kombination mit Modul 1 buchbar. 

 

Modul 6 "CSRD-Erstimplementierung" richtet sich an Unternehmen, die erstmals in die ESRS-Berichtspflicht einsteigen. Wir vermitteln das nötige Regulatorik-Wissen, erstellen einen Projektplan und klären Verantwortlichkeiten sowie Datenbeschaffung. 


Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Erstgespräch und klären Sie, welches Modul zu Ihrem aktuellen Bedarf passt.

Ihre Experience. Unser Know-how. Jetzt loslegen.

Amelie Mißner Mitglied der Geschäftsfeldleitung Corporate Communications & Reporting

 

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