Internal Communications

Kommunikation für alle: Brücken bauen zwischen Büro und Werkhalle

Date
03/09/2025

Ob in der Fertigung, im Lager, in der Werkstatt, auf der Baustelle oder im Klassenzimmer – Blue Collar Worker und andere Non-Desk Worker halten das Tagesgeschäft vieler Unternehmen am Laufen. Sie arbeiten praktisch, körperlich und oft im Schichtsystem oder dezentral verteilt. Im Gegensatz zu klassischen Büromitarbeitenden sitzen sie nicht vor dem Bildschirm, sondern bedienen Maschinen, betreuen Kundinnen und Kunden oder stehen vor einer Klasse. Ohne festen PC-Arbeitsplatz, Firmen-E-Mail oder dauerhaften Online-Zugang bleiben sie von vielen digitalen Formaten ausgeschlossen.

 

Genau diese Arbeitsrealität führt dazu, dass diese Beschäftigten in der internen Kommunikation häufig zu kurz kommen. Während Office-Mitarbeitende E-Mails, Intranet-Updates oder digitale Collaboration-Tools nutzen, gehen viele dieser Kanäle an Non-Desk-Teams vorbei. Das Ergebnis: eine wachsende Informations- und Kulturkluft, die sich mittelfristig negativ auf Motivation, Bindung und Fluktuation auswirken kann.

Herausforderungen: wenn Kommunikation nicht bei allen ankommt

Unsere Studie „Trendmonitor IK 2022“ zeigt: Transformationsprozesse betreffen fast alle Bereiche eines Unternehmens – am stärksten Führungskräfte (93,5 %) sowie White Collar Worker in der Verwaltung (89,2 %). Doch auch in den Bereichen Produktion und Service gaben mehr als die Hälfte der Teilnehmenden (51,5 %) an, stark von Veränderungen betroffen zu sein. Das bedeutet: Blue Collar und andere Non-Desk Worker sind Teil des Wandels – werden aber in der Kommunikation oft nicht ausreichend berücksichtigt.

 

Viele Unternehmen setzen weiterhin auf klassische Kanäle wie Schwarze Bretter, Aushänge oder Terminals in Werkhallen. Diese sind jedoch zeitlich und räumlich begrenzt, bieten kaum Möglichkeiten zur Interaktion und erfüllen nicht den Anspruch einer modernen, vernetzten Kommunikationskultur.


Im digitalen Raum zählt LinkedIn zu den am häufigsten genutzten Kanälen in der Unternehmenskommunikation. Wir stellten in unserer Digital Corporate Communications Benchmark 2025 fest, dass alle untersuchten DAX-40- und MDAX-Unternehmen dort mit einem Profil präsent sind. Die Inhalte drehen sich jedoch überwiegend um Themen wie Unternehmensstrategie, Employer Branding und Recruiting – meist zugeschnitten auf Fach- und Führungskräfte (White Collar Worker). Das hängt auch damit zusammen, dass vor allem diese Zielgruppe auf der Plattform aktiv ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die geringe Präsenz von Blue Collar Workern auch eine Folge der dort fehlenden auf sie zugeschnittenen Inhalte ist. Umso wichtiger ist es zu analysieren, welche digitalen Orte und Netzwerke Blue-Collar-Mitarbeitende stattdessen nutzen und wie diese gezielt in die Kommunikationsstrategie integriert werden können.
 

 

Digital Corporate Communication Benchmark 2025

Erfahren Sie, wie DAX40- und MDAX-Unternehmen ihre digitale Kommunikation in den Bereichen Human Resources, Public Relations, Investor Relations und Corporate Social Responsibility gestalten. 
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Lösungen: Vielfalt der Kanäle nutzen – Schritt für Schritt

Blue Collar und Non-Desk Worker zu erreichen, bedeutet mehr, als den passenden Kanal auszuwählen – es geht darum, Inhalte so bereitzustellen, dass sie im Alltag ankommen, relevant sind und Mehrwert bieten. Unternehmen müssen dabei nicht alles sofort umstellen. Pilotprojekte oder neue Formate helfen, Erfahrungen zu sammeln und die Reichweite schrittweise auszubauen.

 

Mehr Sichtbarkeit durch Repräsentation

Eine stärkere Einbindung gelingt, wenn Mitarbeitende fernab vom Schreibtisch sichtbarer in der Unternehmenskommunikation repräsentiert werden. Authentische Unternehmenswerte, die den Arbeitsalltag aller Mitarbeitenden widerspiegeln, stärken das Zugehörigkeitsgefühl. Wenn Blue-Collar-Mitarbeitende als Markenbotschafter oder ‑botschafterinnen auftreten – etwa in kurzen Videoporträts, Blogbeiträgen oder Social-Media-Posts – entsteht nicht nur interne Wertschätzung, sondern auch ein glaubwürdigeres Employer Branding nach außen.

 

Digitale Kanäle erweitern

Der Trendmonitor IK 2022 zeigt: Rund zwei Drittel (63,7 %) der Befragten schätzen, dass mehr als 70 % ihrer Belegschaft Zugang zu digitalen Kommunikationskanälen haben. Gleichzeitig setzen bisher nur 27 % eine App für Beschäftigte ein, weitere 28,7 % planen den Einsatz. Gerade für Non-Desk Worker können solche Apps einen entscheidenden Zugang schaffen – vorausgesetzt, sie sind auf privaten Geräten nutzbar, multilingual und datenschutzkonform.

 

App und Magazin vereint – Beispiel: Targobanks Mitarbeitermagazin voilà

Die Targobank bündelt ihre interne Kommunikation in der von RYZE erstellten digitalen Ausgabe des Mitarbeitermagazins voilà. Über die App oder das interne Netzwerk haben alle Mitarbeitenden – auch an dezentralen Standorten – jederzeit Zugriff auf News, Hintergrundberichte und multimediale Inhalte. Kurze Texte, eine klare Sprache und interaktive Formate machen die Inhalte leicht zugänglich. Artikel können kommentiert, geliked, geteilt oder für später gespeichert werden. So entstehen Dialog, Partizipation und ein stärkeres Wir-Gefühl über alle Standorte hinweg.

 

 

Best Case: voilà

Ein Medium, das verbindet: Das digitale Mitarbeitermagazin voilà der TARGOBANK informiert, inspiriert und macht interne Kommunikation erlebbar – barrierefrei, mobil und mit Raum für Dialog.

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Digitale und analoge Wege kombinieren

Neben Apps und mobilen Intranets bleiben analoge Formate wichtig: Info-Screens in Pausenräumen, Aushänge oder kurze Teammeetings sichern Reichweite dort, wo digitale Infrastruktur fehlt. Entscheidend ist der richtige Mix – personalisierte Push-Benachrichtigungen für Schichtpläne oder Sicherheitsinfos einerseits, einfache visuelle Formate und analoge Anlaufpunkte andererseits.

 

Medien für Mitarbeitende nutzen – Beispiel: WIR.KLETT.

Auch Medien für Mitarbeitende können Brücken bauen: Print- oder Digitalmagazine schaffen Identifikation und machen Vielfalt sichtbar. Ein Beispiel ist das von RYZE betreute Magazin WIR.KLETT. der Klett Gruppe. In einem dezentralen Bildungsunternehmen mit über 10.000 Mitarbeitenden weltweit gelingt es, ein gemeinsames Wir-Gefühl zu fördern – durch hochwertige Inhalte, mehrsprachige Ansprache und die Kombination mit einem modernen Intranet. So werden sehr heterogene Zielgruppen – von Kita-Teams bis zu Hochschulpersonal – gleichermaßen eingebunden.

 

Innovative Formate einsetzen

Interaktive Inhalte wie 360°-Einblicke in Produktionsbereiche, Q&A-Sessions mit Führungskräften und Mitarbeitenden, Podcasts, kurze Storytelling-Clips oder Live-Formate können Hemmschwellen abbauen und eine direktere Verbindung schaffen. Solche Formate wirken intern verbindend und setzen nach außen ein starkes Signal – besonders im Recruiting.

 

Mit einem durchdachten Mix aus Repräsentation, passenden Kanälen und klarer Erfolgsmessung lassen sich Kommunikationslücken schließen, das Zugehörigkeitsgefühl stärken und der Respekt im gesamten Team nachhaltig fördern.

Best Case: WIR.KLETT.

Wie stärkt man den Zusammenhalt in einem dezentralen Bildungskonzern? Mit WIR.KLETT schaffen wir seit über acht Jahren ein Mitarbeitermagazin, das verbindet – journalistisch, zweisprachig und mehrfach ausgezeichnet.

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Warum es sich lohnt

Blue Collar- und Non-Desk Worker in die Unternehmenskommunikation einzubinden, ist kein „Nice-to-have“ – sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Wer sicherstellt, dass alle Mitarbeitenden informiert, gehört und eingebunden sind, stärkt Miteinander, Arbeitgebermarke, Effizienz und Innovationskraft.

 

RYZE entwickelt dafür ganzheitliche Konzepte: von der Analyse der bestehenden Kommunikationswege über die Auswahl passender Technologien bis zur Content-Strategie und Erfolgsmessung. Mit unserer Expertise aus Projekten in Employer Branding, Digital Workplace und Change-Kommunikation sorgen wir dafür, dass Kommunikation keine Frage des Arbeitsplatzes mehr ist – sondern ein verbindendes Element im gesamten Unternehmen.

 

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