Nachdem wir im ersten Teil unserer Serie zu UX-Design die Grundlagen geklärt haben, widmen wir uns heute dem Thema Benutzerführung. Wie bei einer guten Navigationsapp kommt es hier darauf an, dem Besucher Ihrer Website die richtigen Hinweise und Signale zu geben, damit es am Ende heißt: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“ Aber wie schafft man es, dass die Wege auf der Website klar verständlich sind und sich der Nutzer nicht im Informationsdschungel verliert? Die Bedienung einer Website unterliegt gewissen Konventionen und Normen. Sie erleichtern dem User den Zugang zu den verfügbaren Inhalten und beeinflussen maßgeblich sein Nutzerverhalten.
Die Geschichte der 3-Klick-Regel
Jeder, der sich schon mal im Entferntesten mit dem Thema User Experience befasst hat, hat vermutlich von der 3-Klick-Regel gehört. Demnach soll der Nutzer lediglich dreimal klicken müssen, um zu dem gewünschten Ziel zu kommen. Sicherlich ist es gut, wenn der Nutzer nicht ewig braucht, bis er die gesuchte Information findet – aber woher kommt diese Regel ursprünglich?
In den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er-Jahre gab es noch kein Highspeed-Internet. Das gute alte 56k-Modem trötete und fiepste, um eine Verbindung zum Netz herzustellen, und jeder Nutzer war es gewohnt, minutenlang auf eine sich bewegende Sanduhr zu starren, bis sich die gewünschte Seite aufgebaut hatte. Wer so lange auf die Verbindung warten muss, der will nicht mehr als dreimal klicken, um die richtigen Informationen zu bekommen.